Schnarchen

Hintergründe, Ursachen, Symptome, Tipps und Übungen von den Schnarchspezialisten von Good Night

Inhaltsverzeichnis schnarchender-mann

1. Was ist Schnarchen?

2. Wie ensteht Schnarchen?

3. Welche Arten von Schnarchen gibt es?

4. Welche Ursachen für Schnarchen gibt es?

4.1 Erschlafftes Gewebe in den Atemwegen

4.2 Unterdruckbildung in den Atemwegen

5. Hilfe gegen Schnarchen: Was hilt gegen Scharchen?

5.1 Strategien gegen das Schnarchen

5.2 Nasenatmung frei halten

5.3 Mundatmung möglichst vermeiden

5.4 Auf der Seite schlafen

5.5 Gaumengewebe trainieren

6. Tipps gegen Schnarchen

7. Hausmittel gegen Schnarchen

7.1 Inhalieren gegen Schnarchen

7.2 Tee trinken 

7.3 Knoblauch, Honig & Co - gesunde Schlafhelfer

8. Hilfsmittel gegen Schnarchen

8.1 Nasenstrips und Pflaster

8.2 Tropfen und Sprays gegen Schnarchen

8.3 Kinnbinden und Kinnstützen

8.4 Rückenlage-Vermeider

8.5 Zahnschienen gegen Schnarchen

8.6 Atemmasken

8.7 Ohrenstöpsel gegen Schnarchen

8.8 Nasenklammer gegen Schnarchen

8.9 Gaumenring gegen Schnarchen

8.10 Akupressurring gegen Schnarchen

9. Auch Frauen schnarchen

10. Kinder schnarchen? Das ist zu beachten

11. Baby schnarcht: Ist das normal?

Was ist Schnarchen?

Die bis heute noch ungeklärte Frage zum Thema Schnarchen lautet: Ab wann atmet ein Mensch nicht mehr nur laut und beginnt zu schnarchen? Das Problem kennen wohl die meisten Menschen, gerade wenn sie erkältet sind. Wenn die Nase verstopft ist und das Atmen ohnehin schon schwerfällt, funktioniert es mit der ruhigen Atmung beim Schlafen nicht mehr. Bei den einen knattert es, bei den anderen pfeift es leise und bei manchen blubbert es sogar. Doch ist das schon Schnarchen? Solange es sich nicht um krankhafte Atmungsstörungen handelt, gibt die Medizin keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Aus diesem Grund gibt es auch keine speziellen Richtlinien, an denen sich Schnarchen festmachen lässt. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat lediglich eine einfache Eingrenzung für das Phänomen „Schnarchen“ vorgenommen. Per Definition umfasst Schnarchen alle Geräusche, die nach dem Auslesen von schlafbezogenen Atmungsstörungen übrigbleiben.

Wie entsteht Schnarchen?

Schnarchen wird durch die Vibration des weichen Gaumens und anderer Weichteile im Mund, in der Nase oder im Hals erzeugt. Das Schnarchen kann weich und seltener oder laut und häufiger auftreten, variiert also von Mensch zu Mensch. Die Geräusche selbst können von bestimmten Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • verstopfte Atemwege
  • schlechter Muskeltonus im Hals und der Zunge
  • sperriges Rachengewebe
  • zu langer, weicher Gaumen

Welche Arten von Schnarchen gibt es?

Schnarcher ist nicht gleich Schnarcher, schließlich sind die Gründe für Schnarchen so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Grob lässt sich allerdings zwischen nasale Schnarcher, Mundschnarcher und Rachenschnarcher unterscheiden. Vorsicht ist beim Schnarchen mit Atemaussetzern geboten. Am Besuch eines Facharztes führt in diesem Fall kein Weg mehr vorbei. Liegt beispielsweise eine obstruktive Schlafapnoe vor, kann dies ernstzunehmende Konsequenzen für die Gesundheit haben.

  • nasale Schnarcher: Das Schnarchgeräusch ist gleichmäßig, flattrig oder ein eher rumpelndes, grunzendes Geräusch. Zu den nasalen Schnarchern gehört zudem ein hoher Pfeifton. Ausgelöst wird dieses Schnarchen häufig durch ein Nasenproblem.
  • Zungenschnarcher: Das Schnarchen tritt in Schüben auf. Der Ton ist in der Regel höher als das typische Schnarchen. Gerade bei Rückenschläfern trifft das Zungenschnarchen oder Zungengrundschnarchen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf.
  • Mundschnarcher: Das Schnarchen ist gleichmäßig flatternd oder rumpelnd. Wer ausschließlich bei geöffnetem Mund schnarcht, gehört zu den Mundschnarchern. Bei dieser Schnarchform ist der Übergang von Mundhöhle zum Rachen verengt.
  • Rachenschnarcher: Diese Form des Schnarchens ist sehr laut. Das Geräusch wird häufig als unrhythmisch beschrieben, da nach dem Schnarchton längere Pausen (20 Sekunden oder mehr) auftreten. Der Atem setzt aus. Registriert der Körper das Aussetzen der Atmung, kommt es zum typischen “Hochschrecken” und die Atmung setzt wieder ein. Wer unabhängig von seiner Schlafposition schnarcht und dabei regelmäßige Atemaussetzer hat, leidet womöglich unter dem Rachenschnarchen mit Apnoen. Schlafapnoen sollten in jedem Fall von einem Facharzt untersucht werden.

Alle Schnarchtypen haben eines gemeinsam: Das Schnarchen schädigt die Spannkraft der betroffenen Muskeln, was zu einer Schwächung und weiteren Verengung der Atemwege führt. Das Schnarchen verschlechtert sich also mit der Zeit, wenn es nicht behandelt wird.

Ursachen für Schnarchen

Was genau passiert beim Schnarchen und was löst die rasselnden Geräusche aus? Diese Frage lässt sich noch nicht mit einer allgemeingültigen Formel beantworten. Die Geräuschentwicklung in den Atemwegen tritt schließlich an unterschiedlichen Stellen im Rachen-, Nasen- oder Mundraum auf. Deshalb unterscheiden Mediziner verschiedene Schnarchformen und unterschiedliche Ursachen. Alle Schnarchtypen lassen sich jedoch auf zwei Hauptursachen zurückführen: Unterdruckbildung in den Atemwegen sowie Gewebeschäden.

Erschlafftes Gewebe in den Atemwegen

Ist das Gewebe in und um den Atemwegen erschlafft, steigt das Risiko zu Schnarchen. Personen mit einer Gewebeschwäche sind deswegen häufiger betroffen. Ist der Mensch wach, festigt die muskuläre Spannung den kompletten Rachenbereich. Die Muskelpartien ermöglichen eine weite Öffnung. Beim Schlafen entspannt sich das Gewebe und erschlafft. In einigen Fällen fällt der Rachenbereich während der Tiefschlafphase sogar komplett in sich zusammen. Hier liegen die Rachenwände dann aufeinander. Die Atemluft, die aus der Nase in den Rachen strömt, lässt das schlaffe Gewebe mit jedem Atemzug vibrieren. So entstehen die lästigen Geräusche.

Unterdruckbildung in den Atemwegen

Mit jedem Einatmen wird durch die Lunge ein leichter Unterdruck in den Atemwegen erzeugt. Für die Atmung ist dieser Vorgang notwendig und völlig natürlich. Der Unterdruck sorgt dafür, dass sich bei jedem Einatmen die Atemwege etwas zusammenziehen. Das erschlaffte Gewebe in Mund- und Rachenraum zieht sich durch den erzeugten Unterdruck zusammen und schnürt die Atemwege ein. An den Verengungen kommt es zu Luftverwirbelungen und somit auch zu Vibrationen. Das hörbare schnarchtypische Geräusch ist nichts anderes als die entstandenen Vibrationen. Engstellen im Nasenbereich begünstigen diesen Unterdruck. Vergrößerte Nasenmuscheln, Polypen oder eine schiefe Nasenscheidewand fördert die Unterdruckbildung zusätzlich. Aus diesem Grund ist eine freie Nasenatmung die Hauptvoraussetzung für einen schnarchfreien Schlaf schlechthin.

Hilfe gegen Schnarchen: Was hilft gegen Schnarchen?

Schnarchen kann die verschiedensten Ursachen haben. Schlafen auf dem Rücken, eine verstopfte Nase, genetische Veranlagung, Alkoholkonsum, Übergewicht und Atemwegserkrankungen oder bestimmte Medikamente lösen häufig die nächtliche Geräuschkulisse aus. Dabei kommt für den Schnarchenden oft der erholsame Schlaf zu kurz. Sowohl der Sauerstoffmangel als auch die lauten Geräusche wecken den Schnarchenden auf. Noch gibt es kein Wundermittel, mit dem sich Schnarchen stoppen lässt. Es gibt aber verschiedene Tipps und Hausmittel, die Betroffenen dabei helfen, ihr Schnarchen besser zu kontrollieren.

Strategien gegen Schnarchen

Nasenatmung frei halten

Probleme mit der Nasenatmung sind häufige Schnarch-Auslöser. Ist die Nase nicht frei, lässt sich auch die Atmung nicht regulieren. Aus diesem Grund begünstigt eine verstopfte Nase immer das Schnarchen. Interessant: Die einwandfreie Nasenatmung führt zu einer bis zu 15 Prozent höheren Sauerstoffsättigung im Blut. Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt und der Körper regeneriert sich besser im Schlaf.

Mundatmung möglichst vermeiden

Häufigste Ursache für Schnarchen ist der geöffnete Mund im Schlaf. Dabei begünstigt das nächtliche Atmen durch den Mund nicht nur Schnarchen, sondern ist verglichen mit der Nasenatmung auch ungesund. Beim Mundschnarchen wird die Mundatemluft in das schwache Gewebe geblasen, das anfängt zu vibrieren und so das Schnarchgeräusch produziert. Eine veränderte Schlafposition oder Kinnbänder können hier Abhilfe schaffen. Doch warum ist die Nasenatmung eigentlich gesünder? Das Atmen durch die Nase gilt als die natürlichste Form der Atmung. Sie verhindert, dass Schmutz- und Staubteilchen sowie Krankheitserreger und Keime in den Körper eindringen können. Außerdem wärmt die Nasenatmung den Atemluftstrom auf Körpertemperatur. Eine dauerhafte Mundatmung fördert hingegen Mundgeruch, Entzündungen der Schleimhäute und Karies.

Auf der Seite schlafen

Erschlafft im Schlaf die Zunge und sinkt im Rachen nach hinten, verengt sie dort die Atemwege. Da dieses Problem nur beim Schlaf in Rückenlage auftritt, lässt es sich durch eine andere Schlafposition schnell beheben. Ideal ist das Schlafen in der Seitenlage, alternativ bietet sich die Bauchlage an. Hilfe beim Umstellen bietet die sogenannte Positionstherapie. Damit sind spezielle Lagerungshilfen gemeint, die das Schlafen in Rückenlage verhindern oder wenigstens erschweren. Darüber hinaus lässt sich das Problem auch beheben, wenn der Unterkiefer leicht nach vorne geschoben wird. Hierfür kommen diverse Schienen wie die Anti-Schnarchschiene zum Einsatz.

Gaumengewebe trainieren

Jede Form des Schnarchens wird durch eine Gewebeschwäche verursacht. Die eingezogene Atemluft versetzt dieses erschlaffte Gewebe im Mund- und Rachenraum in Schwingungen, wodurch letztendlich die Geräusche entstehen. Wird hingegen gezielt die Gewebespannung gefördert, verringert sich das Schnarchen automatisch bis es gänzlich stoppt. Dafür kommen unterschiedliche Trainingsgeräte und Übungen infrage. Bei zugrunde liegenden Erkrankungen, anatomischen Besonderheiten oder bei besonders hartnäckigen Fällen kann auch ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen (HNO) helfen.

Tipps gegen Schnarchen

Einfaches Schnarchen lässt sich bereits mit simplen Methoden beheben. Betroffene wenden einfach die folgenden Tipps gegen Schnarchen an:

  • Durch Übergewicht ausgelöstes Schnarchen lässt sich am wirksamsten mit einer Gewichtsreduzierung beheben. Mit dem abgenommenen Gewicht verschwindet auch überschüssiges Fett im Halsbereich, das in den meisten Fällen das Schnarchen auslöst.
  • Alkohol begünstigt das nächtliche Rasseln. Wer zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol verzichtet, verbessert seine Atmung und mindert so aktiv das Schnarch-Risiko.
  • Frühes Essen verbessert die Schlafqualität und somit auch die Atmung.
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Antihistaminika reduzieren die Atemaktivität ebenfalls und provozieren so das Schnarchen. Wenn es möglich ist, sollte auf diese Mittel verzichtet werden.
  • Schnarcher finden sich vor allem unter den Rückenschläfern. Ein ungewöhnlicher, doch altbewährter Trick ist der eingenähte Tennisball im Rückenteil des Pyjamas. Dieser verhindert, dass sich Betroffene beim Schlafen wieder auf den Rücken drehen.
  • Wer nur ungern in einer anderen Schlafposition als der Rückenlage schläft, legt sich am besten mit erhöhtem Oberkörper auf den Rücken.
  • Das Erlernen eines Blasinstruments hilft ebenfalls gegen Schnarchen. Beim Pressen der Atemluft in das Musikinstrument werden Rachen- und Gaumenmuskulatur trainiert. Das gefestigte Gewebe im Mund- und Rachenraum reduziert das Schnarch-Risiko.

Hausmittel gegen Schnarchen

Um das Schnarchen in den Griff zu bekommen, kann auch auf Hausmittel zurückgegriffen werden. Diverse Anti-Schnarch-Öle basieren auf natürliche Inhaltsstoffe und sind meist eine Mischung aus verschiedenen ätherischen Ölen. Die Anwendung dieser Öle reicht vom Auftragen über dem Aufsprühen bis hin zu Mundspülungen. Es kommt also als Tinktur, als Rachenspray oder als Mundwasser zum Einsatz. Die natürlichen Öle erzeugen so einen künstlichen Speichel. Zudem erhöhen die ätherischen Inhaltsstoffe die Spannung im Gewebe. Ist beispielsweise das Gaumensegel ausreichend angespannt, lässt es sich durch den Atemluftstrom kaum noch in Schwingungen versetzen. Lautes Schnarchen soll so verhindert werden. Gerade bei Problemen mit der Nasenatmung entfalten die ätherischen Öle ihr Potenzial. Schließlich ist eine verstopfte Nase häufige Ursache für Schnarchen.

Inhalieren gegen Schnarchen

Ein bekanntes Hausmittel ist das Inhalieren. Besonders schonend können Betroffene mit einem passenden Inhalator inhalieren. Dieser vernebelt das Wasser und der Wasserdampf gelangt dadurch nicht nur in die Nase und oberen Atemwege, sondern auch in die Bronchien. Das hilft vor allem bei starkem Husten. Als ätherische Öle eignen sich Eukalyptus-, Fichtennadel-, Latschenkiefer- und Teebaumöl. Wer Inhalieren nicht mag oder nicht verträgt, kann auf alternative Methoden zurückgreifen. Dazu wird einfach eine Schale mit ätherischen Ölen neben das Bett gestellt. Auch eine halbe Zwiebel mit einer Prise Salz darüber verteilt, garantiert für eine angenehme Nachtruhe. Sowohl die Schale mit ätherischen Ölen als auch die halbe Zwiebel wird in die Nähe des Kopfes gestellt. Ein Nachtschrank übernimmt diese Aufgabe.

Tee trinken

Auch Tee kann das Schnarchen lindern. Besonders eignen sich hierfür Arnika, Brennnessel, Lindenblüten, Pfefferminze und Salbei. Ist das Schnarchen auf eine Pollenallergie zurückzuführen, bietet sich der Brennnessel-Tee an. Bei generellen Atemwegsproblemen eignet sich hingegen der Salbei-Tee. Auch Pfefferminze hilft Schnarchern. Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften reduzieren Schwellungen in der Kehle und Nase. Pfefferminze hilft zudem bei vorübergehendem Schnarchen, das beispielsweise durch zu kalte oder trockene Luft oder Allergien verursacht wurde.

Knoblauch, Honig & Co. – gesunde Schnarchhelfer

Knoblauch lindert verstopfte Atemwege und kann dabei helfen, Ablagerungen in den Nasengängen zu reduzieren. Dazu werden ein bis zwei rohe Knoblauchzehen geschält und zerdrückt. Im Anschluss eine halbe Zitrone pressen und mit lauwarmem Wasser mischen. Zuerst die Knoblauchzehen zerkauen und dann zusammen mit dem Zitronenwasser herunterschlucken. Täglich etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte die Anwendung wiederholt werden. Eine süße Alternative liefert der Honig. Der goldene Saft tötet Keime ab und wirkt entzündungshemmend. Honig löst Atemwegsverengungen, lindert Schwellungen um den Hals und verbessert so die Sauerstoffzufuhr. Dafür einfach einen Esslöffel Honig in einem Glas warmem Wasser oder Tee auflösen und täglich vor dem Schlafengehen trinken. Das mediterrane Olivenöl kann dabei helfen, Vibrationen in der Kehle zu reduzieren. Die entzündungshemmenden Eigenschaften des Öls sorgen für freie Atemwege und unterstützen eine freie Luftzirkulation. Dazu nehmen Betroffene einfach einen Esslöffel Olivenöl vor dem Schlafen zu sich. Auch kann ein Teelöffel Olivenöl zusammen mit einem Teelöffel Honig täglich vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Kardamom ist nicht nur ein beliebtes Weihnachtsgewürz, sondern kann auch dabei helfen, blockierte Nasengänge zu befreien. Das gesunde Gewürz aus der Familie der Ingwergewächse wirkt schleimlösend und abschwellend. Geschwollene Atemwege lindert Kardamom und verbessert so die Luftversorgung. Dazu einfach einen halben Teelöffel Kardamom-Pulver mit warmem Wasser vermengen und täglich etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

Hilfsmittel gegen Schnarchen

Nicht nur dem Partner, sondern auch der eigenen Gesundheit zuliebe, sollten Betroffene ihr Schnarchen möglichst verhindern. Das „eine“ Hilfsmittel gegen Schnarchen gibt es leider nicht. Schließlich hat jedes Schnarchen seine eigenen Ursachen. Im nachfolgenden Text finden Betroffene dennoch verschiedene Hilfsmittel, die sich für die unterschiedlichen Schnarchformen anbieten.

Nasenstrips und Pflaster

Sowohl Nasenstrips als auch Pflaster können dabei helfen, die Atemwege durch die Nase offenzuhalten. Gerade Mundschnarchern soll so das nächtliche Atmen durch den Mund erschwert werden. Für wenig Geld sind die Pflaster und Nasenstrips erhältlich. Betroffene kleben sie einfach auf die Nase. Die flexible Passform beeinträchtigt den Schlaf nicht. So erleichtern die Pflaster zwar die Nasenatmung, können das Schnarchen jedoch nicht unterbinden – die Schnarchgeräusche entstehen ja im Rachen.

Tropfen und Sprays gegen Schnarchen

Die meist auf ätherischen Ölen basierenden Inhaltsstoffe werden in den Rachen getropft oder gesprüht. Durch die befeuchtenden und leicht straffenden Substanzen werden die Atemwege freigehalten und die Atmung erleichtert. Während des Einschlafens wirken diese Hilfsmittel sehr gut, verlieren in der Nacht jedoch ihre Wirkung.

Kinnbinden und Kinnstützen

Kinnbinden und Kinnstützen bestehen aus einfachen, elastischen Binden. Schnarcher streifen sich diese vor dem Zubettgehen über. Die elastische Binde soll verhindern, dass sich der Mund beim Schlafen öffnet. Tatsächlich heben Kinnbinden den Kiefer leicht an und reduzieren so das Risiko zu schnarchen. Trotzdem reichen die elastischen Binden meist nicht aus. Damit der Mund wirklich geschlossen bleibt, bedarf es an sehr festsitzenden Kinnstützen. Doch ist hier Vorsicht geboten: Anwender der Kinnstützen müssen sicher sein, dass sie eine freie Nase während der Nachtruhe behalten.

Rückenlage-Vermeider

Spezielle Kissen, Westen oder Rücksäcke können verhindern, dass beim Schlafen die Rückenlage eingenommen wird. Die eigens konzipierten Rückenlage-Vermeider sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn das Schnarchen ausschließlich in der Rückenlage auftritt. Alternativ bieten sich einfache Kissen an, mit denen der Oberkörper leicht angehoben wird. Hochwertige Betten und Liegen, die sich in der Höhe verstellen lassen, vermeiden ebenfalls eine reine Rückenlage. Betroffene sollten jedoch beachten, dass nur beginnende Schnarcher ausschließlich in der Rückenlage schnarchen. Sobald die Atemwege angegriffen sind, schnarchen sie auch in anderen Positionen.

Zahnschienen gegen Schnarchen

Eine zurückfallende Zunge im Schlaf verengt die Atemwege und verursacht ebenfalls die nächtliche Geräuschkulisse. Der Zahnarzt kann in diesem Fall eine Zahnschiene anpassen. Diese Schiene schiebt den Unterkiefer etwas nach vorn und vergrößert so den Abstand zwischen Zunge und Gaumen. Die Zunge kann dank der leicht veränderten Position nicht mehr zurückfallen. Professionelle Schienen vom Zahnarzt haben natürlich ihren Preis. Günstige Alternativen bieten Apotheke und Internet. Diese Zahnschienen passen sich mit dem Erwärmen und Draufbeißen an den Benutzer an. Auf Dauer können gerade die günstigen Zahnschienen die Zähne schädigen und lockern.

Atemmasken

Schlaf-Atemmasken sind verschreibungspflichtig und nur wer an einer Schlaf-Apnoe leidet, bekommt eines der Geräte. Atemaussetzer beim Schnarchen, also eine Schlaf-Apnoe, können lebensgefährlich sein. Schließlich fällt hier die Zunge zurück in den Rachen und blockiert dort die Atemwege. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt ab und der Blutdruck steigt. Der Körper steht während der Atempausen unter Dauerstress. Langfristig kann dieser nächtliche Stress das Herz schädigen. Die Schlaf-Atemmaske soll diese Atemaussetzer unterbinden. Über einen Schlauch ist die Maske mit einem elektrischen Gerät verbunden. Dieser Schlauch leitet Luft in die Maske. Durch einen leichten Überdruck gelangt die Luft in die Atemwege. Sind die Atemwege aufgebläht, können keine Schnarchgeräusche entstehen.

Ohrenstöpsel gegen Schnarchen

Ein schnarchender Partner kann zu einem großen Ärgernis werden. Während der Schnarcher tief schläft, liegt der Partner nachts wach im Bett. Und das ist weder förderlich für die Gesundheit noch für die Partnerschaft. Ohrenstöpsel gegen Schnarchen leisten hier Abhilfe. Der spezielle Filter dämpft die lästigen Schnarchgeräusche. Ein schreiendes Baby und den Wecker am Morgen hören Anwender allerdings trotzdem noch. Das Design der Ohrenstöpsel gegen Schnarchen verhindert außerdem eine mögliche Druckbildung im Innenohr.

Nasenklammer gegen Schnarchen

Die Nasenklammer gegen Schnarchen wird auch als Nasenspreizer oder Nasendilatator bezeichnet. Dieses Hilfsmittel dient dazu, die Nasenlöcher sanft zu weiten und offenzuhalten. Die Nasenatmung fällt leichter und Anwender können wieder entspannt durchatmen. Die Nasenklammer bietet sich immer dann an, wenn das Schnarchen durch verengte Nasenatemwege ausgelöst wird. Doch nicht nur für das Nasenschnarchen, auch für das Mundschnarchen eignet sich dieses Hilfsmittel. Zusammen mit einem Anti-Schnarchmundstück wird die Nasenklammer zu einem wirkungsvollen Schnarchstopper.

Gaumenring gegen Schnarchen

Die Gaumenspange gegen Schnarchen verhindert, dass sich der Luftkanal hinter dem Gaumensegel mechanisch schließt. Lärmerzeugende Vibrationen sollen so verhindert werden. Während bei den Zahnschienen gegen Schnarchen eine Anpassung an die Zähne notwendig ist, braucht die Gaumenspange nicht zu den Zähnen passen. Zudem stößt der Gaumenring nur an Weichteile, wodurch an Kiefer und Zahn keine Schäden entstehen können. Das Tragen der Gaumenspange ist auch mit einer Prothese möglich. Anwender schlafen mit der Gaumen- bzw. Schlafspange tiefer und ohne zu schnarchen.

Schnarchring gegen Schnarchen

Anti-Schnarchringe können für Schnarcher eine natürliche und ganzheitliche Lösung sein. Betroffene, die sich mit Nasenklammer oder mit Kinnbinden nicht wohlfühlen, können auf die Akupressurringe gegen Schnarchen zurückgreifen. Diese Anti-Schnarchringe machen sich die alte Technik der Akupressur zunutze. Der Akupressurring unterbindet durch spezielle Punkte an den Fingern die nächtliche Geräuschkulisse. Er soll während der Nachtruhe getragen werden. Der Ring übt Druck auf bestimmte Bereiche des Fingers aus, die dabei helfen, die Atemwege offenzuhalten. Sind die Atemwege blockiert, entsteht das schwere Atmen oder das Schnarchen. Der Akupressurring fördert die Atmung und kann auch Menschen unterstützen, die unter ständiger Schlaflosigkeit leiden.

Auch Frauen schnarchen

Schnarchen gilt im Grunde als Männerproblem. Die Zahlen zeigen allerdings, dass auch Frauen häufig ein Schnarch-Problem haben. Der Anteil der Schnarcherinnen steigt mit zunehmendem Alter an. Ab der Menopause ist das weibliche Schnarchen ähnlich weit verbreitet wie bei Männern. Es ist also eine Tatsache, dass Schnarchen unter der weiblichen Bevölkerung öfter vertreten ist, als zunächst angenommen. Frauen fällt es jedoch häufig nicht leicht, über ihre nächtlichen Geräusche zu sprechen. Diese Hemmungen können weitreichende Konsequenzen haben. Schließlich sind nicht alle Schnarchformen harmlos. Daher sollten auch Frauen das Thema Schnarchen ernst nehmen und sich bei Schlafapnoen einem Arzt anvertrauen. Interessant: Etwa jede vierte Frau schnarcht in der Schwangerschaft. Häufige Ursachen sind die Gewichtszunahme oder der sogenannte Schwangerschaftsschnupfen.

Kinder schnarchen? Das ist zu beachten

Schnarchen bei Kindern tritt recht häufig auf. Studien belegen, dass etwa die Hälfte aller Kinder hin und wieder schnarcht. Doch schnarchen die Kleinen häufig aus anderen Gründen als Erwachsene. Zudem wird ihr Schlaf dadurch weniger erholsam und kann ernste Folgen haben. Anders als bei Erwachsenen ist das Schnarchen bei Kindern also ein Indiz für eine Unregelmäßigkeit, die Eltern medizinisch abklären lassen sollten. Häufig sind Polypen in den Nasenatemwegen für das nächtliche Rasseln verantwortlich. Die Kleinen bekommen schlecht Luft durch die Nase und stellen unbewusst auf die Mundatmung um. Eine andere Ursache sind vergrößerte Rachenmandeln. Diese verengen die Atemwege und können so auch Schnarchen auslösen. Bleiben die Ursachen und die fehlgeleiteten Luftströme unbehandelt, kann dies auf Dauer zu ernsthaften Gesundheitsbeschwerden führen.

Baby schnarcht: Ist das normal?

Viele Eltern finden es niedlich, wenn ihr Baby schnarcht. Doch auch wenn es süß klingt, kann Schnarchen für die Kleinen gefährlich werden. Schnarcht das Baby regelmäßig, führt das zu einem wenig erholsamen Schlaf. Da durch das Schnarchen aber nicht nur die Nachtruhe, sondern die gesamte Entwicklung beeinträchtigt wird, sollten Eltern die Schnarchgeräusche ihres Nachwuchses ernst nehmen. Studien belegen, dass schnarchende Babys ihren Altersgenossen häufig in der Entwicklung hinterherhinken. Durch vermehrte Atemwegsinfekte können zudem Probleme bei der Sprachentwicklung auftreten. Der eingeschränkte Schlaf führt dazu, dass das Baby nachts öfter aufwacht. Sollte das Baby dauerhaft schnarchen, gilt es zu handeln und medizinischen Rat einzuholen. Im schlimmsten Fall können die anfangs als niedlich eingestuften Geräusche nämlich die Gesundheit, Entwicklung und Leistungsfähigkeit einschränken.